Live war ich damals noch nicht dabei, aber ich kann mich gut an meine Eltern erinnern: Begeistert waren sie von diesem „Telefon ohne Tasten“, wie sie das iPhone nach seiner Vorstellung 2007 nannten. Ich mit meinen neun Jahren verstand noch überhaupt nichts, und dennoch spürte ich, dass dieses iPhone irgendetwas Spezielles sein musste. Schuld an diesem Hype war ein Mann, der genau heute vor vier Jahren verstorben ist: Steve Jobs.

Steve Jobs

2008: der iPod Touch 1G

Mein erstes Apple Gerät folgte dann auch kurz nach der iPhone Präsentation, es handelte sich um den im September 2007 vorgestellten iPod Touch. Ich war begeistert von diesem Gerät, denn bis anhin durfte ich nur auf dem uralten Motorola meiner Mama spielen. Ich erinnere mich noch ziemlich genau an das Autorennspiel, bei welchem man Hindernissen ausweichen musste, mit Hilfe physischer Tasten. Ich erhielt den iPod übrigens erst, als iOS 2.0 präsentiert wurde und somit auch Drittanbieter-Apps heruntergeladen werden konnten. Ich war fasziniert von diesen ersten, primitiven Spielen, die man mit Hilfe seines Fingers bedienen konnte.

2010: der iPod Touch 4G

Während viele meiner Kollegen bereits mit den neusten iPods herumliefen, genügte mir der iPod Touch 1G nach wie vor völlig. Retina Display und schnellere CPU und GPU waren für mich als 11 oder 12-jährigen Knirps auch noch Fremdwörter. Irgendwann jedoch bemerkte ich, dass neue Spiele nicht mehr auf meinem Gerät liefen. Die Zeit für ein Upgrade war gekommen, und so landete ich beim neuen iPod Touch 4G. Er war um einiges schneller und leichter als der erste iPod, dennoch habe ich meinen Ur-iPod heute noch.

Frühjahr 2011: die WWDC 2011

WWDC 2011

 

Langsam aber sicher wurde auch ich in den Bann der Firma Apple gezogen, und so liess ich mir meine allererste Apple-Keynote im Juni 2011 nicht entgehen. Steve Jobs zog mich damals in seinen Bann wie kaum ein anderer, und gespannt lauschte ich während etwas mehr als 1.5 Stunden seinen Worten. Ich erlebte die Einführung von iOS 5 und der iCloud live, und war fasziniert. Dass dies zeitgleich die letzte Keynote mit ihm auf der Bühne sein würde, konnte kaum einer ahnen. Er war zwar sichtlich abgemagert, dennoch merkte man ihm seine Begeisterung richtig an.

 

Herbst 2011: das iPhone 4s und Steve Jobs‘ Tod

Am 4. Oktober 2011 wurde das iPhone 4s vorgestellt. Ich war mittlerweile 13 Jahre alt und wusste, dass dieses iPhone mein erstes werden sollte. Heute bewahre ich es gut auf, denn noch immer erinnert mich dieses iPhone in gewisser Weise an Steve. Obowhl diese Keynote erst die zweite meines Lebens war, wunderte ich mich: Wo war Steve, von dem überall gesprochen wurde, jetzt? Dass er bereits am 24. August als CEO zurückgetreten war, erfuhr ich erst viel später. Dazu auch eine Textstelle aus Walter Isaacsons „Steve Jobs“

Er wollte es persönlich tun, statt nur ein Schreiben zu schicken oder das Telefon zu benutzen. (…) Man traf Vorkehrungen, ihn zum Firmensitz zu fahren und so unauffällig wie möglich in den Sitzungsraum zu schieben. (…) Die meisten wussten, was nun kommen würde. Aber statt direkt das Thema anzusprechen, das jedem auf der Seele lag, gingen Tim Cook und der CFO Peter Oppenheimer die Quartalsergebnisse und Pläne für das kommende Jahr durch. Dann sagte Jobs ruhig, dass er etwas Persönliches mitzuteilen habe. (…) Als nur noch die sechs externen Board-Mitglieder im Raum waren, begann er laut einen Brief zu verlesen (…). „Ich habe immer gesagt, dass, wenn einmal der Tag kommt, an dem ich meine Pflichten und die in mich gesetzten Erwartungen als CEO von Apple nicht mehr erfüllen kann, ich der erste sein werde, der Sie davon in Kenntnis setzt. Leider ist dieser Tag jetzt da.“

Ich war davon überzeugt, dass Steve vielleicht nur eine Grippe hat und bei meiner nächsten Keynote wieder auf der Bühne stehen würde. Am nächsten Morgen schaltete ich wie immer um 6 Uhr das Radio ein und hörte die Nachrichten:

Ich war schockiert, zeitgleich wusste ich aber: mein iPhone würde das letzte sein, an dem Steve Jobs noch aktiv mitgearbeitet hat. Darum auch liegt es noch heute bei mir auf dem Regal, und nicht selten hört man, dass das s im Namen nicht etwa für Siri, sondern für Steve steht.

Heute: Apple und der Stillstand? – Keineswegs!

Heute benutze ich ein iPhone 6s und ein iPad Air 2, aber keinen Mac. Ich mag Macs einfach nicht, ohne wirklichen Grund. Ein anderes Smartphone als das iPhone oder ein anderes Tablet als das iPad würde für mich momentan jedoch nicht in Frage kommen. Und kritische Stimmen, welche mit Steve Jobs Tod den Stillstand und Absturz der Firma Apple verkündeten, sind mittlerweile mehrheitlich verstummt. Hie und da kommt aber dennoch noch der Satz: „Steve Jobs hätte sich im Grab umgedreht.“, wie erst kürzlich bei der Vorstellung des Apple Pencil:

Dennoch ist für mich klar: Bei Apple arbeiten weiterhin kluge Köpfe, denn gerade ein Feature wie 3D Touch kommt nicht von ungefähr. Genauso wie die Apple Watch: Smartwatches existieren zwar seit langem, aber Apple hat sie, zumindest meiner Meinung nach, zu einem massentauglichen Produkt gemacht. Ein Zitat von ihm hängt noch heute über meinem Bürotisch:

Meine Gedanken ruhen deshalb heute bei Steve und ich denke: Würde er Apple heute sehen, er wäre stolz auf sein Baby! In diesem Sinne: Stay hungry, stay foolish. Danke Steve!

 

P.S: Alle, die Erinnerungen an 1984 vermissen: Diese Erinnerungen beruhen auf MEINEN Erinnerungen. Und 1984 gab es mich halt einfach noch nicht 🙂

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Leidenschaftlicher Jailbreak-Nutzer und -Anhänger. Ich teste viele Tweaks und Themes und teile meine Erfahrungen, Tipps und Tricks rund zum Thema Jailbreak mit euch.

  • Marco Rotermund

    Ich finde bei Apple ist sehr wohl Stillstand eingekehrt.

    Damals hatte Apple Alleinstellungsmerkmale, die mit Abstand beste Kamera, flüssig laufende GUI, Retina Display. Das hatte zu Release niemand sonst.

    Was haben wir die letzten Jahre an Neuerungen? Es gibt keine Killerfeatures mehr und auch die Apple Watch hat hier gar nichts massentauglich gemacht. Mag meine persönliche Meinung sein, aber das Interesse an Runden Smartwatches ist um einiges größer.

    Es gab Zeiten, da war es keine Frage sich ein iPhone zu kaufen, heute kommt einen schon eher die Frage „Lohnt es sich überhaupt“. Die Kameras der Android Geräte sind ebenfalls sehr gut, selbiges gilt für Verarbeitung, Leistung, Batterielaufzeit sowie das OS.

    Würde Apple hergehen und sagen so, hier habt ihr das neue iPhone:

    – 3000mah Akku, ~ x Tage Laufzeit
    – SD Slot >=128GB
    – vernünftige Speicherpreise 32GB, 64GB, 128GB
    – etc.

    wär ich der Erste der vor dem Laden steht. Mal abgesehen von Fanboys, die sich das Gerät fernab jeglichen Wissens über technische Spezifikationen kaufen, sagt der Preis/Leistungsverstand -> NÖ. Das war nicht immer so. Früher war das einfach zwar auch schon teuer/teurer, es gab aber Features/Spezifikationen, die es in gewisser Weise gerechtfertigt haben.

  • Sven Ziegler

    Nun ja, ich habe heute bereits mit jemandem über das Design von Smartwatches diskutiert. Mir persönlich gefällt sie sehr gut und ich benutze sie auch.
    Bezüglich den technischen Features gebe ich dir Recht, da hat sich leider des Längeren nichts mehr getan. Allerdings bin ich der Ansicht, dass 3D Touch unsere Interaktionsmöglichkeiten mit Mobilgeräten durchaus eine Revolution darstellen könnte. Im Jahr 2007 musste die gesamte Smartphone-Konkurrenz urplötzlich umdenken und auch auf den „Touch-Weg“ einschwenken. Ich bin gespannt, wie lange das bei Android-Geräten dauern wird (wahrscheinlich nicht lange).
    Bezüglich SD-Slot kann man sich streiten, Samsung hat den ja auch abgeschafft. Und die Akkus bei Smartphones, naja… leider überall etwas das gleiche Bild 🙁
    Bei tieferen Preisen wäre ich sofort dabei… 😀
    Ich bin gespannt, wie sich der Smartphonemarkt weiterentwickeln wird. Irgendwas wird wohl früher oder später kommen müssen. Ich könnte mir auch einen Geschäftszweigwechsels Apples vorstellen: Welcher Handyhersteller baut denn schon Autos…?

  • Nun ja, heutzutage wird es immer schwieriger, neue Geräte zu erfinden.
    MMn. ist Apples Unternehmensstruktur daran schuld habend.
    Wenn man sich immer nur auf das nötigste konzentriert und den Angestellten nicht erlaubt, nicht etwas eigenes und neues zu überlegen, wie sollen dann innovative Produkte entstehen?
    Und noch dazu müssen sie alles selber machen: OS, Gerät, tw. Hardware (Prozessor, Kamera).
    Samsung z.B. muss sich dann nur selber auf das Design, etc. konzentrieren und falls Hardware von Samsung drinnen steckt, dann von ner anderen Abteilung.

    Wegen der Akkulaufzeit: irgendwie war es schon immer Apples perverser Zwang, so etwas wichtiges so bescheuert und minimal zu bemessen (siehe Arbeits- und Datenspeicher Macintosh, etc.). Was wohl ihnen dabei in den Kopf geht? Wahrscheinlich nichts.

  • Ich hab ja die Befürchtung, dass auf Dauer sich Apple spalten wird.
    Man kann sagen, was man will: Uhren, egal ob Smartwatches oder klassisch, sind „Mode“.
    Autos sind auch nicht wirklich typische Endbenutzergeräte.
    Wenn sich Apple weiter in innovative Sparten wagt, wird es früher oder später dazu kommen…